PQ-Basics (1): Web-Abfragen mit Power Query

Mittels Power Query (immer) aktuelle Daten aus dem Netz, Auswertung mit PivotTable

Power Query (PQ) ist ja die (logische) Weiterentwicklung aber auch Zusammenführung verschiedener Funktionalitäten aus den älteren Versionen dieses Kalkulationsprogramms. In den Excel-Versionen 2010 und 2013 werden Sie PQ über die Microsoft-Website downloaden und installieren, mehr dazu finden Sie hier in diesem Blog. Ab Version 2016 ist PQ voll integriert und Sie finden die Funktionalitäten im Menü Daten; die „klassische“ Version bei der Auswahl Externe Daten abrufen und die Power Query-Variante im gleichen Menü in der Gruppe Abrufen und transformieren | Neue Abfrage | Aus anderen Quellen. – Die meisten Vorgehensweisen und Abbildungen beziehen sich auf Excel 2013, wenn es für das Verständnis wichtig ist, werden wir jeweils als Zusatz einen Abschnitt für die 2016er Version einfügen. – Das alles gilt nur für die Windows-Versionen des Excel, Mac-Jünger sind hier von der Power Query-Welt ausgeschlossen, auch in der 2016er Version für den Mac gibt es kein PQ. 🙁 

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen zwei Aufgaben und natürlich deren Lösungen vor. Sie werden zuerst die Daten aus einer Website importieren und anschließend eine Auswertung mit PivotTable (im kommenden Teil auch mit PivotChart) vornehmen, was Excel so richtig attraktiv macht.  😉 

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Voraussetzungen

Prinzipiell gibt es für ein „vernünftiges“ Arbeiten im Bereich Web-Abfragen mit Power Query nur drei Bedingungen: Die Adresse der Ziel-Webseite (also dort, wo auch die zu importierenden Daten stehen, die URL) ist immer gleich, die Daten liegen als HTML-Tabelle vor und der interne Name der zu importierenden Tabelle (auf der Web-Site) wechselt auch nicht. Seriöse, benutzerfreundliche Webseiten halten sich auch an diesen Standard, davon können Sie ausgehen.

Eines allerdings sollten Sie beachten: Nicht alles, was (im Netz) wie eine Tabelle aussieht, ist auch eine (echte) Tabelle. Es gab Zeiten, wo HTML-Tabellen verteufelt wurden und im (Über-) „Eifer des Gefechts“ oder falschem, puristischem Denken werden Tabellen mit anderen Möglichkeiten (CSS) formatiert. Das ist aber zwischenzeitlich kaum noch anzutreffen, es hat sich durchgesetzt, dass tabellarische Daten auch in einen Tabelle gehören. Wenn Sie also einmal Daten, die wie eine Tabelle aussehen nicht zum Import angeboten bekommen, dann liegt das unter Umständen an dieser Art der Formatierung.

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Die 10 größten Städte der Bundesländer (Deutschland)

Zum Einstieg eine einfach erscheinende Aufgabe: In Excel sollen in einer getrennten Tabelle die 10 größten Städte der Flächenländer ausgegeben werden. Die Anordnung (Sortierung) und eventuelle weitere Einschränkung (beispielsweise mehr als 200.000 Einwohner) soll möglich sein.

Zugegeben, solch eine Abfrage der Daten wird nicht all zu oft durchgeführt werden, vielleicht ein Mal jährlich, wenn die Werte im Netz aktualisiert worden sind. Oder sogar noch seltener. Aber in diesem ersten Teil steht einerseits das Prinzip sowie die Übersichtlichkeit der Daten im Vordergrund und andererseits das Zusammenspiel mit PivotTable.

Dass die Daten aus dem Internet kommen, das wird Ihnen schon klar sein. Sie selbst werden vielleicht über eine Suchmaschine Ihrer Wahl erkunden, welche Seite für Sie am interessantesten ist. Wir haben für diesen Beitrag eine spontane, gefühlsmäßige Entscheidung getroffen, die aber keinerlei Wertung darstellen soll.

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Der Import

Sie haben (natürlich) Power Query bereits installiert und sehen auch diesen Menüpunkt oder setzen bereits die Version 2016 ein. Zweckmäßigerweise (aber nicht notwendigerweise) sehen Sie ein leeres Arbeitsblatt auf dem Schirm. Ein Klick auf den Menüpunkt Power Query und erwartungsgemäß passt sich das Menüband (Ribbon-Leiste) den Gegebenheiten an:

Das Menü-Band des Power Query

Das Menü-Band des Power Query

Gleich die erste Gruppe ist schon passend, ja sogar das erste Symbol, denn es sollen ja Daten aus dem Web abgefragt werden. Ein Klick darauf und Sie werden nach der Web-Adresse, der URL gefragt:

Bitte den Link eingeben …

Bitte den Link eingeben …

Falls Sie gehofft haben, dass Sie hier eine Suchmöglichkeit wie in einem Internet-Browser haben, werden Sie gewiss enttäuscht sein. In einem eigenen Projekt ist es wahrscheinlich, dass Sie in dieser Situation Ihren Lieblings-Browser öffnen und per Stichwort(en) auf die Suche nach einer geeigneten Seite gehen. Wenn Sie fündig geworden sind, Sie also auf der Seite die Sie interessierenden Daten sehen, dann kopieren Sie den kompletten Link aus der Adresszeile (Tipp: hinein klicken, StrgA, StrgC) und fügen den Inhalt der Zwischenablage nach einem Wechsel zurück nach Excel in das Feld des Dialogfensters per StrgV ein. In dieser Aufgabe haben wir Ihnen die Entscheidung abgenommen und diese Seite gewählt:

de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Groß-_und_Mittelstädte_in_Deutschland

Hinweis: Die Umlaute sind kein Schreibfehler, Sie können den Link per Hand genau so eingeben. Und stören Sie sich bitte nicht daran, dass nach dem Einfügen aus der Zwischenablage vermutlich statt der deutschen Sonderzeichen kryptische Zeichenkombinationen dort stehen, das ist dann richtig so.

Nach einem Klick auf OK werden Ihnen in einem neuen Fenster im linken Bereich alle Tabellen angezeigt, welche sich für einen Import eignen. Probieren Sie gerne einmal alle Optionen, im rechten Teil des Navigators sehen Sie eine Vorschau der Daten als Hilfe für Ihre Entscheidung. Hier wäre die dritte Möglichkeit genau das, was Sie suchen:

Auswahl der zu importierenden Tabelle

Auswahl der zu importierenden Tabelle

Sie könnten nun einfach auf Laden klicken, dann wird Excel ein neues Arbeitsblatt anlegen und dort in A1 die Daten platzieren. Oder aber Sie klicken auf den DropDown-Pfeil direkt daneben und wählen dann im Kontextmenü den zweiten Punkt, Laden in… Damit können Sie erreichen, dass die Daten dort abgelegt werden, wo Sie es wollen:

Den Zielort des Imports selbst bestimmen

Den Zielort des Imports selbst bestimmen

Jetzt Laden und die Daten sind ruck zuck im gewünschten Arbeitsblatt an der definierten Position erfasst. Selbstverständlich als Intelligente Tabelle/Liste und die Spaltenbreiten sind auch nicht Standard sondern den Inhalten entsprechend angepasst:

Die importierten Daten im Arbeitsblatt

Die importierten Daten im Arbeitsblatt

Rechts neben dem eigentlichen Sheet sehen Sie eine Schaltfläche, welche auf einen Doppelklick in die eigentliche Abfrage verzweigt und diese öffnet. Das ist im Moment nicht der entscheidende Punkt, viel wichtiger ist ein kleiner Hinweis:

Hinweis auf 68 Fehler in der Abfrage

Hinweis auf 68 Fehler in der Abfrage

680 Zeilen wurden importiert und dabei wurden 68 (mögliche) Fehler erkannt. Solch ein Hinweis ist aus unserer Sicht sehr wertvoll, denn wir sind es ja gewohnt, dass ein Import von Daten reibungs- und fehlerlos vonstatten geht.

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Wenn Sie mit Forschungsdrang belegt sind, dann machen Sie doch einfach einmal den folgenden Test: Markieren und kopieren Sie die Tabelle der Website und füllen Sie den Inhalt der Zwischenablage in ein leeres WorkSheet einer beliebigen Mappe. Es kommt garantiert kein Fehler. – Und wo ist der Unterschied? Sehen Sie sich einfach einmal den Rang 207, also die Stadt Herzogenrath in beiden Tabellen an, dann werden Sie gewiss erahnen, warum PQ da „meckert“.  💡 

Zurück zur Abfrage-Schaltfläche. Der Hinweis auf die 68 Fehler sieht nicht nur aus, wie ein Link, es ist einer. Also mutig einen Klick darauf und Sie werden sofort erkennen, dass in der Liste nur die als fehlerhaft definierten Zeilen gefiltert worden sind:

Die gefilterten, fehlerhaften Zeilen

Die gefilterten, fehlerhaften Zeilen

Klar und deutlich die Kennzeichnung Error. Mindestens ein Mal in jeder der sichtbaren Zeilen. Wenn Sie sich nun eine oder mehrere der Indizes merken und in der Ergebnistabelle nachsehen, warum dort ein Fehler ist, werden Sie auch nicht klüger. Die entsprechenden Zellen sind einfach leer. Was uns beim ersten Mal gewundert, eigentlich sogar geärgert hat, ist im Sinne der „Datenhygiene“ logisch und gut. – Obwohl jeder Vergleich „hinkt“, will ich Ihnen zeigen, was ich meine: Wenn ich in einer Stadt nach einem Weg frage und als Antwort ein „Weiß ich nicht“ bekomme, dann erwidere ich grundsätzlich: „Danke, besser so als falsch“. Hier gilt: Besser leer, als falsch. Und wenn Sie in den Ursprungsdaten nachsehen, kommen Sie rasch hinter die Ursache: Überall sind in den Datenzeilen Zahlen, in den monierten Zellen sind zwar Ziffern aber durch die Zusätze ist das Text. Und da es in der EDV eine ganz klare Regel gibt, dass in einer Spalte einer Liste immer der gleiche Datentyp zu sein hat, ist das ein Fehler in der Datenstruktur der Tabelle im Netz.

Einen wirklich leichten Ausweg sehen wir nicht. Das einfachste: Einfach eine andere Quelle für die benötigten Daten suchen. Wenn das nicht so leicht oder auch ergebnislos ist: Beim Ersteller der Daten anfragen, ob es irgendwann einmal eine Liste gibt, wo die (hoch gestellten) Anmerkungen in einer getrennten Spalte sein werden (was ja auch der Norm entsprechen würde). Von Hand kopieren und einfügen oder gar selbst eintippen, nein danke, das muss nun wirklich nicht sein … Oder die Tabelle (wie oben schon einmal beschrieben) im Original kopieren und per Hand einfügen, das wäre halbherzig aber immerhin würde es zu verarbeitbaren Lösungen führen, wenn Sie die Hinweistexte komplett (einschließlich Leerzeichen) entfernen.

Aber es gibt auch noch einen gangbaren Ausweg, der zwar einmalig etwas Aufwand bedarf, aber im Hinblick darauf, dass diese Vorgänge aufgezeichnet werden und bei der nächsten Aktualisierung der Daten automatisiert ablaufen, mag das verhältnismäßig sein. Bedenken Sie, dass der hier aufgezeigte Weg speziell für diese Basis-Daten gilt. Bei anderen Voraussetzungen sind Sie selber gefragt, eine äquivalente Lösung zu finden (oder Sie fragen einmal bei uns an, wir leiten das dann nach Einholung Ihres Einverständnisses zu unserem Sponsor GMG Computer-Consulting weiter. Diese Schritte führen zum Ziel:

  • Öffnen Sie erst einmal den Fehler-Bericht, indem Sie auf den Link 68 Fehler klicken (siehe oben).
  • Prüfen Sie, welches die erste und welches die letzte Spalte mit dem Error ist. Prinzipiell reicht es auch, wenn Sie sich nur jene Spalten merken, wo dieser Fehler auftritt. Merken Sie sich in jedem Fall die Überschriften.

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Im Normalfall wird Ihnen so etwas nicht widerfahren. Aber hier ist es nun einmal so, und Sie müssen gemeinsam mit uns das Beste daraus machen. Also „ran an den Speck!“  😆 

  • Schließen Sie diese Ansicht und verwerfen Sie alles. Das geht am besten, wenn Sie auf die grüne Schaltfläche Datei (in der Menü-Zeile ganz links) klicken und dann die Auswahl Verwerfen und schließen anklicken.
  • Auch wenn es weh tut: Rechtsklick in die Schaltfläche der Arbeitsmappenabfrage mit den 680 Zeilen, Löschen. – Der Import muss etwas anders gestaltet werden …
  • In dem nun leeren wiederum leeren Blatt: Power Query | Aus dem Web | den Link eintragen und OK.
  • Im Navigator (links) wiederum die dritte Tabelle auswählen.
  • Stop! Nicht Laden sondern Bearbeiten auswählen.

Das Fenster, welches sich nun öffnet, scheint sich nicht von dem zu unterscheiden, welches beim ersten Anlauf sichtbar war. Und wenn Sie bis zur bekannten Zeile 207 herunter scrollen, dann werden Sie den „Alten Bekannten“ wieder sehen:

Auch hier ist der Fehler vorhanden

Auch hier ist der Fehler vorhanden

Aber es gib dennoch einen Unterschied: Sie können jetzt die Daten, die ja noch nicht in die Tabelle geschrieben worden sind, im Vorwege bearbeiten. Unser Vorschlag:

  • Menü Transformieren, Gruppe Beliebige Spalte.
  • Hier bei Datentyp: Ganze Zahl ▼ auf den DropDown-Pfeil klicken.
  • Wählen Sie Text aus der Liste aus.

Ja, die Zahlen stehen nun alle links und sind mit dem Tausendertrennpunkt versehen. Aber: Prüfen Sie nun noch einmal die Zeile 207 …  💡 

Jetzt ist der hoch gestellte Text zu erkennen

Jetzt ist der hoch gestellte Text zu erkennen

Eine der Möglichkeiten wäre nun, alle angehängten Texte, bei Herzogenrath wäre das (a), durch nichts zu ersetzen. Wenn es aber zig verschiedene Anmerkungen sind, dann artet das in Arbeit aus. Darum haben wir uns einen anderen Weg überlegt.

Was als Merkmal immer zutrifft ist, dass in der Spalte alles ab (und einschließlich) der öffnenden runden Klammer weg muss. In Excel selbst gibt es da ja die Funktionalität Text in Spalten, die so etwas elegant erledigt. Gleiches ist in Power Query möglich:

  • Falls nicht schon geschehen, die zu bearbeitende Spalte durch Klick in die Überschrift (hier: 1970) markieren.
  • Im Menü Start | Gruppe Transformieren finden Sie an erster Stelle das Symbol für Spalte teilen, darauf klicken Sie.
  • Im sich öffnenden Untermenü wählen Sie Nach Trennzeichen.
  • Im kommenden Dialog wählen Sie statt des Kommas –Benutzerdefiniert– und tragen in das Feld darunter die öffnende, runde Klammer ein. Die soll die „Schere“ für das abtrennen sein.
  • Beim Punkt Teilen klicken Sie auf Beim äußersten linken Trennzeichen, denn es könnten ja mehrere einzelne Anmerkungen in der Spalte sein. Und es soll ja immer nach der Ziffernfolge komplett abgeschnitten werden.
  • Schließen Sie den Vorgang mit OK ab.

PQ erzeugt eine neue Spalte und benennt beide Überschriften um in 1970.1 und 1970.2 wobei Sie in der neuen Spalte fast nur null sehen. Aber in Zeile 207 werden Sie sehen, dass die öffnende Klammer herausgeschnitten worden ist und der Rest des vorherigen Inhalts, die restlichen beiden Zeichen der Anmerkung in der zweiten Spalte stehen. Und was ganz wichtig ist: In der linken der beiden Spalten steht nun nur noch die Zahl, sogar ohne die Tausenderpunkte.

So weit, so gut. Bleiben eigentlich für die 1970er Werte noch drei Dinge zu tun: Die erste Spalte sollte in jedem Fall Zahlen und keinen Text enthalten, die Überschrift soll wieder nur 1970 sein; und natürlich ist zweite Spalte nun überflüssig. Fangen Sie mit der zweiten Spalte (1970.2) an und markieren diese (immer per Klick in die Überschrift). Rechtsklick in die Überschrift und den zweiten Punkt Entfernen auswählen. Die erste Spalte auswählen und per Rechtsklick Umbenennen oder direkt die Überschrift ändern. Zur Kontrolle die Spalte erforderlichenfalls noch einmal markieren und in das Menü Transformieren wechseln. Ein Kontrollblick in Zeile 207 zeigt, dass auch hier eine ganz normale Zahl (rechtsbündig) steht. 

Bleiben noch die Jahre 1980 und 1990, die gleichermaßen zu korrigieren sind. Eine winzige Erleichterung: Sie können beide Spalten gemeinsam markieren und dann in Text umwandeln. Alle weiteren Schritte müssen Sie aber für jede Spalte einzeln durchführen. 😥 Der Trost der Ihnen bleibt: Diese Aktion ist einmalig. Wenn Die die Daten noch einmal brauchen wird Power Query das bisher gelernte automatisch in genau der Reihenfolge abarbeiten.

Eine Empfehlung haben wir noch für Sie: Die zweite Spalte hat ja die vielsagende Überschrift Name. Benennen Sie die Spalte in Stadt um, es lohnt sich in Sachen Klarheit. - Bleibt zum Schluss noch, die Daten in ein Sheet zu bringen. Dazu einfach auf Schliessen und laden klicken, fertig.

Nach der „Ochsentour“ nun noch einige kleinen Bonbons, die haben Sie sich verdient. 

  • Um die Überschrift zu ändern, entweder einen Doppelklick dort hinein oder F2.
  • Mehrere Spalten löschen: Zusammenhängende Spalten mit Shift oder einzelne Spalten nacheinander mit Strg markieren und dann im Menü Start | Spalten verwalten auf Spalten entfernen klicken. Und warum auch immer: Die Rechtsklick-Möglichkeit hat bei unseren Versuchen teilweise zu Fehlergebnissen geführt.
  • Sehr viele Funktionalitäten können Sie auch per Rechtsklick schneller erreichen als über das (normale) Menü, wenn die Spalte markiert ist. Dazu gehört auch die Funktionalität Spalten teilen.

Ein etwas „saurer“ Bonbon, vielleicht auch „bittere Pille“ ist doch dabei: Wenn Sie diesen Weg gehen, können Sie nicht wählen, wo die Ergebnisse abgelegt werden. Es wird in jedem Fall ein neues Tabellenblatt erstellt. Aber das sollte nicht das große Problem sein, schließlich lassen sich die Register (Blattnamen) problemlos umbenennen.

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Auswertung durch PivotTable

Die so extrahierten Daten sind ja kein Selbstzweck, sie können und sollen statistisch ausgewertet werden. Und das geht hervorragend mit einer Pivot Tabelle. Wir nutzen hier mal die deutsche, vermehrt aber die englische Schreibweise. Microsoft verwendet auch in den deutschen Dokumentationen beide Schreibweisen, in Excel selber aber ist der Menüpunkt in der englischen Form.

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Die 10 größten Städte der Flächenländer

Warum nur Flächenländer? Nun ja, es macht wenig Sinn, die Stadtstaaten mit einzubeziehen. Berlin und Hamburg haben nur 1 Eintrag, Bremen  ist 2 Mal im Ranking und das ist weit unter der Bewertungsgrenze von 10. – Konkretisierung der Überschrift und somit der Aufgabe: In einer gesonderten Tabelle sollen pro Bundesland (Flächenland) die (bis zu) 10 einwohnerstärksten Städte dargestellt werden. Geordnet nach Bundesland und nach Einwohnerzahlen, neuester Stand. Machen Sie mal …  😎 

Formelspezialisten werden da mit einer ellenlangen Aneinanderreihung von Funktionen gewiss etwas Brauchbares zusammen bringen. Wir meinen aber, dass es da an Flexibilität mangelt und auch die meisten Anwender kaum eine Chance haben, solch ein Konstrukt zu verstehen und eventuell neunen Gegebenheiten bzw. Anforderungen anpassen zu können. Darum der Weg über Pivot. Sie werden die Flexibilität schnell zu schätzen wissen.

Anhand der abwechselnden Färbung der Zeilen in grün | weiß erkennen Sie, dass es sich wahrscheinlich um eine Intelligente Tabelle/Liste handelt, welche seitens Power Query erzeugt worden ist. Und sofern eine beliebige Zelle innerhalb des Datenbereichs markiert (aktiviert) ist, erkennen Sie auch in der Menüleiste ganz rechts farblich gelb hervorgehoben die Tabellentools. Wenn Sie dort den Menüpunkt Entwurf wählen, finden Sie in der Gruppe Tools gleich als erste Möglichkeit Mit PivotTable zusammenfassen. Ein Klick darauf und das Dialogfenster für die Erstellung einer Pivot Tabelle (PT) wird eingeblendet. Wenn Sie schon etwas mit PT vertraut sind, treffen Sie hier Ihre Auswahl. Alternativ schauen Sie gerne hier im Blog nach, um zum Thema Pivot einige Grundlagen zu erfahren.

Nochmals zusammenfassend: Für jedes Bundesland, ausgenommen Berlin, Hamburg und Bremen sollen die 10 größten Städte mit der Einwohnerzahl und dem Ranking innerhalb des Landes, Stand 2015 (oder das letzte aufgeführte Jahr) in einer Liste aufgeführt werden. Dazu ziehen Sie erst einmal das Bundesland in den Bereich Zeilen. Da hier alle 16 Länder gelistet werden, klicken Sie in Spalte A bei Zeilenbeschriftungen auf die Schaltfläche und entfernen Sie das Häkchen bei den drei Stadtstaaten.

Als nächstes ziehen Sie das Feld Stadt in den Bereich Zeilen. Allerdings werden nun alle Städte aller verbleibenden Länder aufgelistet, was ja nicht im Sinne der Aufgabe ist. Das ignorieren Sie aber zuerst einmal und ziehen die Einwohnerzahlen des Jahres 2015 in den Bereich Werte. Da wird nun zwar die Summe berechnet, aber die Summe von 1 Zahl bleibt so wie sie ist. Es könnte auch das Minimum, Maximum oder der Mittelwert sein, das Ergebnis bliebe gleich. Das kann also erst einmal so bleiben. Markieren Sie im Datenbereich eine beliebige Stadt, Rechtsklick und im Kontextmenü Filter | Top 10…:

Der erste Schritt zu Top 10 …

Der erste Schritt zu Top 10 …

Sofort tut sich dieser Dialog auf:

Die Vorgaben stimmen in diesem fall

Die Vorgaben stimmen in diesem fall

Bingo, genau richtig! Also OK und das Ergebnis begutachten. Vom Prinzip her ist das Ergebnis korrekt. Einige optische Änderungen, die das Ganze etwas nutzerfreundlicher machen, könnten noch vorgenommen werden. So sollte erst einmal in A3 die Überschrift auf Land | Stadt und in B3 auf Jahr 2015 geändert werden. Und die Summierung der Werte jeweils in der Zeile mit den Landesnamen irritiert mehr, als dass sie hilft. Das Bundesland an sich hat je mehr Einwohner als die in den Städten aufgeführten Zahlen. Also wählen Sie im Bereich PivotTable-Tools das Register Entwurf und in der Gruppe Layout klicken Sie auf das Symbol Teilergebnisse und dort wiederum auf den obersten Punkt Teilergebnisse nicht anzeigen.

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Fast perfekt.  Jetzt wäre nur noch eine Sortierung innerhalb des Landes nach Einwohnerzahl schick. Zuerst im jeweiligen Bundesland die großen Städte wie München, Frankfurt, Köln und dann die Städte mit weniger Einwohnern. Klicken Sie dazu auf die Einwohnerzahl einer beliebigen Stadt, dann Rechtsklick und im Kontextmenü Sortieren  | Nach Größe sortieren (absteigend):

"Absteigend", weil die hohen Zahlen zuerst stehen sollen

„Absteigend“, weil die hohen Zahlen zuerst stehen sollen

Das Ergebnis wird Sie gewiss von den Vorzügen einer PivotTabelle überzeugen, wenn Sie es noch nicht schon sind. Es gibt noch zwei, drei Kleinigkeiten, die das Ganze etwas ansprechender machen könnten: (In Kurzform…) Entwurf | Gruppe Layout | Leere Zeilen | Leerzeile nach jedem Element einfügen. Oder auch AnalysierenGruppe Anzeigen (ganz rechts) | Schaltflächen +/-, dann verschwinden die Minus-Zeichen vor den Landesnamen. Ganz schick, falls nur einzelne Länder verglichen werden sollen: Analysieren | Datenschnitt einfügen | Bundesland. Feine Sache!

Richtig professionell: Mit Datenschnitt

Richtig professionell: Mit Datenschnitt

Dass hier die drei Stadt-Länder mit aufgeführt sind liegt daran, dass sie ja in den Basisdaten enthalten sind. Sie werden aber als nicht ausgewählt (weißer Hintergrund) dargestellt, da sie ja in der Tabelle gefiltert worden sind. Das Filter-Symbol in der Titelzeile des Datenschnitts wurde aus diesem Grunde auch automatisch gesetzt. Wenn die drei Stadtstaaten im Datenschnitt nicht mit aufgeführt werden sollen, dann müssen Sie (sinnvollerweise) die Städte in Power Query löschen. Die Basisdaten bleiben dabei in vollem Umfang erhalten.

Lust auf mehr?

Wenn Sie Spaß an der Sache haben, dann versuchen Sie doch einmal, die hier abgebildete Auswertung nachzubauen. Die einzige Hilfe, die wir Ihnen geben: A4:D23 ist durch Bedingte Formatierung eingefärbt worden. Und in F4:F7 ist reiner Text, auch wenn es reizvoll (und möglich) wäre, eine solche Darstellung per Zahlenformat zu erreichen und diese Werte dann auch noch für die Bedingte Formatierung als Eckwerte zu verwenden.

Optische Aufbereitung durch Bedingte Formatierung

Optische Aufbereitung durch Bedingte Formatierung

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Für den ersten Teil soll es das gewesen sein. Gerade in Sachen Power Query wird Ihnen gewiss vieles unbekannt gewesen sein; aber PQ ist so mächtig, dass es sich lohnt, dort tiefer einzusteigen. Das sehen Sie auch daran, dass in Excel 2016 diese Funktionalität bein Datenimport an führender Stelle steht. Mehr dazu in den folgenden Teilen der Einführung. (Die sind derzeit noch in der Entstehung oder Planung!)

Hinweis: Am 25. Juli 2016 veröffentlichte Microsoft eine neue Version des Power Query mit verschiedenen teils sehr sinnvollen Ergänzungen. Diese Version ist hier noch nicht berücksichtigt, wir werden uns aber damit auseinandersetzen und an passender Stelle darüber diskutieren.

Hinweis: Derzeit ist ein Begleit-Video in Arbeit. Es umfasst ausschließlich den Power Query-Teil und ist mit der 2016er Version des Excel aufgezeichnet worden. Als spätester Veröffentlichungstag ist der 15. August 2016 ins Auge gefasst. – Im folgenden Teil werden wir anfangs näher auf die Andere Vorgehensweise in Excel 2016 eingehen und natürlich wird Power Query dort im Vordergrund stehen, neben einer PivotChart-Auswertung der erarbeiteten Daten.

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Übersicht der Beiträge Power Query Einstieg
Lerneinheit 1 (1) Web-Abfragen mit Power Query – Teil 1
Lerneinheit 1 (2) Web-Abfragen mit Power Query – Teil 2
Lerneinheit 2 Grundlegende Menü-Elemente Kurzreferenz
Lerneinheit 3 Filtern und teilen
Lerneinheit 4 Text-basierte Files importieren


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Reference: #0620

 
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