Widerspenstige Leerzeichen

Leerzeichen sind keine Leerzeichen

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Die Überschrift mag Sie etwas verwirren. Leerzeichen sind doch ganz klar definiert und auch eindeutig zu sehen. Oder doch nicht? Nein, nicht alles, was wie ein Leerzeichen aussieht, ist auch ein solches. Es gibt auch noch sogenannte „Geschützte Leerzeichen“, die Sie vielleicht von der Textverarbeitung her kennen (mit Strg+Shift+Leerschritt erzeugt). Manch ein Programm aus der Welt der „großen“ Rechenanlagen erstellt unter gewissen Bedingungen genau diese Leerzeichen, insbesondere zu Beginn eines Feldes (einer Zelle). Der Unter­schied an sich ist nicht sichtbar. Wenn Sie allerdings diese Leerräume auto­ma­ti­siert ent­fer­nen wollen, dann werden Sie bei den Funktionen GLÄTTEN() und SÄUBERN() schnell die Grenzen finden. Die sind einfach widerspenstig und lassen sich so nicht entfernen. Glei­ches gilt für Suchvorgänge, wenn innerhalb eines Textes solche speziellen Leerräume auftreten.

Ich habe Ihnen hier eine kleine Beispieldatei bereit gestellt, wo zwei Texte mit Standard-Leer­zeichen erstellt sind und zwei weitere mit dem geschützten Leerzeichen. Wie bereits erwähnt, optisch ist kein Unterschied erkennbar.Und damit Sie etwas experimentieren können, habe ich auch noch gleich eine Kopie des Tabellenblattes angefügt.

Wenn Sie jetzt versuchen mit (beispielsweise) StrgH ein Leerzeichen mit „nichts“ zu ersetzen, dann werden Sie rasch sehen, dass das nicht zum Erfolg führt. In erster Linie stört es ja, dass auch die Leerzeichen zwischen den Worten ersetzt werden. Der nächste Versuch sollte dann sein, nur ein führendes Leerzeichen zu ersetzen. Das haut auch immer dann hin, wenn das erste Zeichen ein ganz „normales“ Leerzeichen ist.

Hinweis: Da in der Beispiel-Tabelle die Zeile 1 mit Über­schrif­ten versehen ist, wird dort stets in Zeile 2 begonnen und die Formeln sind entsprechend angepasst:

=WENN(LINKS(A1; 1) = " "; ERSETZEN(A1; 1; 1; ""); A1)

Solche Phänomene haben schon manch einen User zur Verzweiflung getrieben, wenn es einige hundert Datensätze sind, die dann per Hand geändert werden müssen. Es bleibt die Frage, wie Sie erkennen können, ob es nun um ein typisches Leerzeichen handelt oder um ein anderes Konstrukt. Den Weg zum Ziel erkennen Sie in dieser Tabelle. Spalte B ist eigent­lich überflüssig, sie dient nur der Demonstration, dass da keine Tricks im Spiel sind. B6 ist solch eine „Gemeinheit“, wo die Schriftfarbe des ersten Zeichens einfach auf weiß gesetzt worden ist.

In Spalte C wird einfach nur überprüft, ob das betroffene Zeichen ein normales Leer­zei­chen ist oder nicht. Das Ergebnis ist dann WAHR oder FALSCH. Das kann im ersten Schritt einer Kontrolle ganz hilfreich sein und den klaren Hinweis liefern, dass die Formel aus der folgenden Spalte zum Einsatz kommen sollte.

Spalte D liefert nun eindeutige Ergebnisse. Nur ein Zeichen mit der Code-Nummer 32 ist ein echtes Leerzeichen, alles andere ist eben kein „normales“ Leerzeichen und kann nicht ohne Hintergrundwissen mit den gängigen Bordmitteln ersetzt werden. Wenn Sie aber erkennen, dass es sich um das Zeichen 160 handelt, dann können Sei sehr wohl automatisiert die Ersetzungen vornehmen. Beispielsweise so:

=WENN(LINKS(A1; 1) = ZEICHEN(160); ERSETZEN(A1; 1; 1;""); A1) 

Das reicht vollkommen aus, wenn Sie ausschließlich diese führenden geschützten Leerzeichen in der Tabelle haben. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, weil vielleicht auch normale führende Leerzeichen ersetzt werden sollen,dann verwenden Sie beispielsweise diese Formel:

=WENN(ODER(LINKS(A1; 1) = ZEICHEN(32); LINKS(A1; 1) = ZEICHEN(160)); ERSETZEN(A1; 1; 1; ""); A1) 

Alle Beispiele sind in dieser Datei aufgeführt. Prinzipiell sollten so alle Leerzeichen-Prob­leme zu lösen sein. Wenn es auch um Leerzeichen am Ende eines Textes geht, können Sie auch alle geschützten Leerzeichen durch ein normales Leerzeichen (Zeichen(32) oder " ") ersetzen und dann die Funktion GLÄTTEN() (siehe auch hier) verwenden. Und wenn Sie immer noch Probleme haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an uns.

Es gibt aber durchaus Situationen, wo der umgekehrte Weg sinnvoll ist. Wenn Sie beispielsweise für die Funktionalität Text in Spalten zwei durch ein normales Leerzeichen getrennte Worte, welche aber einen logischen Begriff bilden zusammenhalten wollen, dann ist der umgekehrte Weg vielfach sinnvoll. Wie das dann geht, können Sie hier im Blog nachlesen.

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